Berufsausbildungsordnung | Praktikantenordnung | PIA-Ordnung

KAVO Teile II bis IV

Ordnung für Praktikantinnen und Praktikanten

§ 1    Geltungsbereich

(1) Diese Ordnung gilt für Praktikantinnen[1] für die Berufe

  • der Heilerziehungspflegerin während des Berufspraktikums, das nach den geltenden Ausbildungsordnungen der staatlichen Anerkennung als Heilerziehungspflegerin vorauszugehen hat,
  • der Erzieherin während des Berufspraktikums, das nach den geltenden Ausbildungsordnungen der staatlichen Anerkennung als Erzieherin vorauszugehen hat,
  • der Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin/Heilpädagogin während des Berufspraktikums, das nach Abschluss des Fachhochschulstudiums der staatlichen Anerkennung als Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin/Heilpädagogin vorauszugehen hat,

die in einem Praktikumsverhältnis zu einem Rechtsträger im Sinne von § 1 Abs. 1 und 2 der Ordnung zur Mitwirkung bei der Gestaltung des Arbeitsvertragsrechts durch Kommissionen in den (Erz-)Diözesen Aachen, Essen, Köln, Münster (nordrhein-westfälischer Teil) und Paderborn (KODA-Ordnung) stehen, soweit nicht in dieser Ordnung etwas anderes geregelt ist.

(2) Diese Ordnung gilt insbesondere nicht für:

  • Praktika von Studierenden der Fachhochschulen während der Praxissemester,
  • Zwischen- oder Blockpraktika von Studierenden der Fachhochschulen und der Hochschulen, die in Studien- oder Prüfungsordnungen vorgeschrieben sind,
  • Praktika, die Schülerinnen von Hauptschulen, weiterführenden Schulen, Fachschulen, Berufsfachschulen und Fachoberschulen im Rahmen der schulischen Ausbildung zu leisten haben,
  • Vorpraktikantinnen im Sozial-/Erziehungsdienst,
  • Absolventinnen mit Bachelor-Abschluss.

(3) Auf Praktikumsverträge, die die praxisintegrierte schulische Ausbildung zur Erzieherin im Sinne von § 1 Abs. 1 Spiegelstrich 3 dieser Ordnung in der bis zum 31. Juli 2019 gültigen Fassung betreffen und die diese Ordnung in Bezug nehmen, findet mit Wirkung ab 1. August 2019 die Ordnung für Schülerinnen in praxisintegrierten Ausbildungsgängen zur Erzieherin nach landesrechtlichen Regelungen (PiA-Ordnung) in ihrer jeweiligen Fassung Anwendung.

[1]       Wenn diese Ordnung aus Gründen der Lesbarkeit allein die weibliche oder allein die männliche Schreibweise verwendet, sind stets beide Geschlechter in gleicher Weise erfasst.

§ 2    Praktikumsvertrag

Vor Beginn des Praktikums ist ein schriftlicher Praktikumsvertrag zu schließen. Der Vertrag muss folgende Angaben enthalten:

  1. Beginn, Dauer und Beendigung des Praktikums
  2. Voraussetzungen, unter denen der Praktikumsvertrag gekündigt werden kann
  3. Entgelt und sonstige Leistungen
  4. regelmäßige tägliche und wöchentliche Ausbildungszeit
  5. Dauer der Probezeit
  6. Dauer des Urlaubs
  7. Inbezugnahme dieser Ordnung in ihrer jeweils geltenden Fassung.

§ 3    Entgelt

Die Praktikantinnen erhalten ein monatliches Entgelt nach Maßgabe der Anlage 1 Nr. 1.

§ 4    Praktikumsziel

Im Rahmen des Praktikums soll die Praktikantin ihre persönliche und fachliche Eignung für die zukünftige Arbeit nachweisen und die in der Schule/im Studium erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten anwenden. Für das Praktikum gelten die jeweiligen Bestimmungen und Richtlinien. Die Praktikantin soll nicht anstelle einer Fachkraft beschäftigt werden.

§ 5    Beendigung des Praktikums

(1) Während der ersten drei Monate des Praktikums, die als Probezeit gelten, kann das Vertragsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von einem Monat zum Monatsende schriftlich ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Nach der Probezeit kann das Praktikum unter Angabe der Kündigungsgründe nur schriftlich gekündigt werden

  1. in entsprechender Anwendung von § 42 KAVO aus einem wichtigen Grund ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist von beiden Vertragsparteien; als wichtiger Grund für eine Kündigung gilt insbesondere ein Verstoß gegen kirchliche Grundsätze (hierzu gehört auch der Kirchenaustritt), es gelten die Maßstäbe der Art. 3 bis 5 Grundordnung in ihrer jeweiligen Fassung,
  2. von der Praktikantin mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen.

Eine fristlose Kündigung aus einem wichtigen Grund ist unwirksam, wenn die ihr zugrunde liegenden Tatsachen dem zur Kündigung Berechtigten länger als zwei Wochen bekannt sind.

(2) Abweichend von Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 kann eine ordentliche Kündigung mit einer Frist von 6 Wochen zum Quartalsende ausgesprochen werden bei einem Verstoß der Praktikantin gegen die Verpflichtung, ihre persönliche Lebensführung nach der Glaubens- und Sittenlehre sowie den übrigen Normen der katholischen Kirche einzurichten; es gelten die Maßstäbe der Art. 3 bis 5 Grundordnung in ihrer jeweiligen Fassung.

(3) Im Übrigen endet das Praktikum mit dem Ablauf der vorgeschriebenen Praktikumszeit.

§ 6    Erholungsurlaub

Praktikantinnen erhalten Erholungsurlaub unter Fortzahlung ihres Entgelts (Anlage 1 Nr. 1) in entsprechender Anwendung der für die Mitarbeitenden des Dienstgebers geltenden Regelungen (§§ 36, 37 KAVO) mit der Maßgabe, dass der Urlaubsanspruch bei Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit auf fünf Tage in der Kalenderwoche in jedem Kalenderjahr 30 Arbeitstage beträgt.

§ 7    Sonstige Bestimmungen

(1) Folgende Bestimmungen der Kirchlichen Arbeits- und Vergütungsordnung (KAVO) finden sinngemäß Anwendung:

  • 5 Eigenart des kirchlichen Dienstes
  • 6 Allgemeine Pflichten
  • 7 Ärztliche Untersuchung
  • 8 Schweigepflicht
  • 8b Weiterleitung von Hinweisen auf sexuellen Missbrauch
  • 9 Belohnungen und Geschenke
  • 10 Nebentätigkeiten
  • 11 Versetzung, Abordnung, Zuweisung, Personalgestellung, soweit dies dem Praktikumsziel dient
  • 14 bis § 14d (Arbeitszeitbestimmungen)
  • 16 Arbeitsversäumnis
  • 17 Vorgesetztenverhältnisse
  • 29 im Hinblick auf die Berechnung und Auszahlung des Entgelts
  • 31 Forderung bei Dritthaftung
  • 33a Weihnachtszuwendung
  • 40 Arbeitsbefreiung
  • 47 Schlichtungsausschuss
  • 50 Zeugnisse und Arbeitsbescheinigungen sowie
  • 57 Ausschlussfristen.

(2) Bei unverschuldeter Arbeitsunfähigkeit erhält die Praktikantin bis zur Dauer von sechs Wochen Krankenbezüge in Höhe des Praktikumsentgelts.

Bei der jeweils ersten Arbeitsunfähigkeit, die durch einen bei dem Dienstgeber erlittenen Arbeitsunfall oder durch eine bei dem Dienstgeber zugezogene Berufskrankheit verursacht ist, erhält die Praktikantin nach Ablauf des nach Unterabsatz 1 maßgebenden Zeitraums bis zum Ende der 26. Woche seit dem Beginn der Arbeitsunfähigkeit als Krankenbezüge einen Krankengeldzuschuss in Höhe des Unterschiedsbetrages zwischen dem Nettopraktikumsentgelt und der um die einbehaltenen Beitragsanteile der Praktikantinnen zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung verminderten Leistung des Sozialversicherungsträgers, wenn der zuständige Unfallversicherungsträger den Arbeitsunfall oder die Berufskrankheit anerkennt.

Im Übrigen gilt § 30 Absatz 1 KAVO entsprechend.

§ 7a Beschlüsse der Regional-KODA vom 4. Juli 2018

Für Praktikantinnen, die spätestens mit Ablauf des 3. Juli 2018 aus dem Praktikumsverhältnis ausgeschieden sind, gelten die Änderungen dieser Ordnung, die auf den Beschlüssen der Regional-KODA vom 4. Juli 2018 beruhen, nur, wenn sie dies bis 31. Dezember 2018 in Textform beantragen. Für Praktikantinnen, die spätestens mit Ablauf des 3. Juli 2018 aufgrund eigenen Verschuldens ausgeschieden sind, gelten diese Änderungen nicht.

§ 8    In-Kraft-Treten

Diese Ordnung gilt für Praktikumsverhältnisse, die nach dem 30. Juni 1992 beginnen.

 

Anlage 1  Monatliches Entgelt, Vermögenswirksame Leistung, Weihnachtszuwendung

1. Das monatliche Entgelt für Praktikantinnen mit Ausbildung zu den nachstehenden Berufen beträgt für:

  • Erzieherinnen/Heilerziehungspflegerinnen

ab 1. März 2018

1.552,02 Euro,

ab 1. März 2019

1.602,02 Euro

  • Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen, Heilpädagoginnen

ab 1. März 2018

1.776,21 Euro,

ab 1. März 2019

1.826,21 Euro.

2. Die Praktikantinnen erhalten eine vermögenswirksame Leistung in Höhe von 13,29 Euro monatlich. Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Anlage 13 KAVO sinngemäß.

3. Abweichend von § 2 Abs. 1 der Anlage 14 KAVO erhalten Praktikantinnen eine Weihnachtszuwendung in Höhe von 90 % ihres monatlichen Pauschalentgelts.

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